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Zugezogen Maskulin ist eine Rap gruppe die aus Testo und Grim104 besteht.

Geschichte Bearbeiten

Das Rapgame besteht bekanntlich zu großen Teilen aus Aktion und Reaktion. Rapper haben Beef miteinander, auf einen Disstrack folgt die Retourkutsche, folgt der neuerliche Diss, und immer

so weiter. Genauso Hip Hop-typisch ist die absolute Selbstüberhöhung. Gerade im Gangsterrap gilt es, möglichst viel von möglichst viel Gewalt, Frauen, Geld und Drogen zu erzählen.

Siehe etwa die Ex-Aggro Berlin-Posse um Fler und Godsilla. Besagte bringen 2008 das erste Kollaboalbum unter dem Namen Südberlin Maskulin auf den Markt. Darauf versammelt: Lieder über die vermeintliche Ghettojugend, Songtitel wie "Auf Der Straße" und die feierliche Betonung der Hauptstadt-Herkunft. Soweit nichts Neues im Lande Deutschrap.

2010 jedoch kommen Zugezogen Maskulin ins Game. Nebenbei gehört machen Grim104 und Testo auf der Gratis-Debüt-LP "Kauft Nicht Bei Zugezogenen" zunächst eigentlich gar nicht so viel anders. Wie etwa K.I.Z. überspitzen die beiden MCs zwar die Macho-Attitüde ins Ironische, Sujet und Tracktitel nähern sich jedoch weitgehend dem State-of-the-Ghetto-Art an: "Weil Die Anderen Spastis Sind" und "Menschenopfer" gleichen dem Jargon aufs Haar.

Näher hingehört jedoch entpuppt sich das Gespann als sarkastische Kommentatoren eines Zeitgeists, der insbesondere im Berlin der 2010er um sich greift. In ihren augenzwinkernden Texten referieren Testo und Grim104 auf den bunten Strauß Vorurteile, die alt- wie neueingesessene Berliner den Neu-Berlinern und Touristen entgegenbringen. Stichwort: Gentrifikations-Persiflage.

Sie persiflieren stereotype Existenzentwürfe zwischen Drogenalltag, Hedonismus und "Irgendwas mit Kunst"-Machen, faschistoide Lokaltümelei, Trendgefolge. Vor allem anderen zielen sie mit Flow zwischen Wahnsinn und Testosteron aber auf jene bigotte Ablehnung, die Zugezogene an der Spree erwartet.Als Gegenpol zu Südberlin Maskulins Plattenbau-Chauvinismus rufen die Zugezogenen aus Stralsund und Zetel in Erinnerung, dass ein Gros der heutigen Berliner Hip Hop-Szene selbst gar nicht aus Berlin stammt: Die Namen Staiger und Savas, Marteria und Casper, Tarek von K.I.Z. und RAF Camora,Bushido und Massiv fallen.

Den Backlash auch außerhalb des Rapmetiers deuten Zugezogen Maskulin als xenophob gefärbte Tendenz in Zeiten steigender Mieten: "'Berlin den Berlinern'" klingt für mich nach 'Deutschland den Deutschen'" und zynische Zeilen wie "Wenn du hier rappen willst, lass' mich erst mal deinen Stammbaum sehen" reflektieren neue alte Ressentiments gegen den vermeintlichen Sündenbock Neu-Berliner.

Dieser gesellschaftskritische gefärbte, rotzig vorgetragene K.I.Z.-Stil gefällt auch dem linksalternativen Label Buback (Die Goldenen Zitronen, DJ Koze). Im Herbst 2013 gibt man dort bekannt, Zugezogen Maskulin unter Vertrag zu nehmen. Anfang 2015 kommt das Debütalbum "Alles Brennt" auf den Markt.

"Lange nicht mehr so bissigen Humor, selten so spitzfindige Lyrics über die Eigenarten der Rapszene gehört und Alltagsbeobachtungen in so intelligente Zeilen gepackt wie bei ZM", jubelt man in Hamburg. "Während Testo schon aufgrund seiner Größe über den Dingen steht und seine Parts technisch präzise und wie Bauklötze auf das Publikum wirft, wohnt in Grim104 ein kleiner Klaus Kinski zur Untermiete. Jetzt macht Rap wieder irgendwie Sinn!"

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